Mitten in der Unterrichtsstunde heulten bei der jüngsten Übung die Feueralarmsirenen durch das Progymnasium. Dichte Rauchschwaden aus Disco-Rauch zogen durch das Treppenhaus und machten ein Durchkommen so gut wie unmöglich – was bei echtem Rauch im Ernstfall auch mehr als gefährlich gewesen wäre. Der Versuch der Schüler über das Treppenhaus in Freie zu gelangen wäre im dichten undurchsichtigen Rauch im Treppenhaus zum Scheitern verurteilt, aber auch schon wenige Atemzüge von Rauchgas können schwere gesundheitliche Folgen nach sich ziehen.
Daher sollten schon bei den geringsten Anzeichen von Rauch auf den Gängen Klassen lieber im Schutz ihres Raumes bleiben, als durch den Gang zum Ausgang zu laufen, teilte Klaus Merz mit.
Die meisten Opfer bei Bränden fallen weniger dem eigentlichen Feuer, sondern dem Rauchgas zum Opfer (Rauchgasvergiftung) , das auch schon hochkonzentriert sein kann, wenn nur wenig sichtbarer Rauch vorhanden ist.
Lehrer und Schüler schlossen in der Übung die rauchdichten Zimmertüren und warteten auf Hilfe durch die Feuerwehr. Solange die Zimmertüren geschlossen bleiben, sind Personen in den Klassenzimmern relativ sicher und könnten im Notfall, wenn das Treppenhaus nicht benutzbar wäre, mittels Drehleiter ins Freie gebracht werden.
Nachdem mit Drucklüftern das Treppenhaus wieder rauchfrei war, konnten die Schüler und Lehrer das Schulgebäude geordnet verlassen und sich am Sammeltreffpunkt abseits der Schule einfinden.
Schwachstellen finden
Kommandant Klaus Merz besprach nach der Räumung mit der Schulleitung und den Lehrern den Ablauf der Aktion. Einmal im Jahr werden solche Übungen mit Probealarm von der Feuerwehr vorgenommen, denn nur dadurch können eventuelle Schwachstellen bei der Räumungsaktion herausgefunden und abgeklärt werden, hieß es von der Feuerwehr.
Mit freundlicher Erlaubnis der Schwäbischen Zeitung. Fotos und Text: Klaus Weiß
Ergänzungen: Martin Gabel