Zwischen Klippen, Karaoke und Big Ben – Fünf Tage England, die bleiben Die Englandfahrt des Progymnasiums Bad Buchau und des Störck-Gymnasiums Bad Saulgau

Um 18 Uhr am Freitag, dem 08. Mai 2026, begann für 43 Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Klassen des Progymnasiums Bad Buchau und des Störck-Gymnasiums Bad Saulgau zusammen mit ihren drei Lehrkräften die lange Reise mit dem Bus nach Südengland. Obwohl feststand, dass es eine lange und anstrengende Fahrt werden würde, war an Schlaf lange Zeit nicht zu denken, sodass Teile der Nacht zum Tag gemacht wurden. Insgesamt war es zwar eine lange, aber auch kurzweilige Fahrt, mit vielen Eindrücken, unter anderem die Fahrt mit der Fähre in den frühen Morgenstunden von Calais nach Dover über den Ärmelkanal. Am frühen Samstagnachmittag rollten wir endlich in Bournemouth ein – erschöpft, aber mit der Vorfreude, die frische Meeresluft und das Versprechen eines aufregenden Programms mit sich bringen. Von unserem Ankunftsort, der Cavendish School of English, ging es dann zu den Gastfamilien, bei denen wir die kommenden Tage verbringen würden.

Der erste Tag gehörte ganz der legendären Jurassic Coast, einem UNESCO-Weltnaturerbe, das 185 Millionen Jahre Erdgeschichte auf rund 155 Kilometern Küstenlinie entfaltet. Unser erster Stopp war die Halbinsel Portland, berühmt für den gleichnamigen Kalkstein, den Portland Stone. Unser Guide Richard erklärte mit ansteckender Begeisterung, warum dieser cremefarbene Stein seit Jahrhunderten zu den begehrtesten Baumaterialien der Welt gehört: er steckt in der Fassade der St Paul’s Cathedral und des Buckingham Palace in London ebenso wie im Hauptgebäude der Vereinten Nationen in New York. Am markanten Leuchtturm von Portland Bill, der seit 1906 Schiffe vor den tückischen Gezeitenströmungen warnt, ließen wir den Blick über das weite Meer schweifen. Weiter ging es am Chesil Beach entlang, einem 29 Kilometer langen Kieselwall von faszinierender Regelmäßigkeit. Dort suchten wir alle fleißig nach den sogenannten Hag Stones, d.h. Steinen mit einem natürlich durchgehenden Loch. Richard erklärte uns, dass, wenn man eine Person durch dieses Loch anschaut, man das wahre Wesen dieser Person sehen würde. Gleichzeitig dienen diese Steine dem Schutz vor Hexen, bösen Geistern und Alpträumen. In Weymouth legten wir dann eine sehr britische Mittagspause ein: Fish and Chips, direkt am Strand, mit Möwengeschrei als Hintergrundmusik. Der krönende Abschluss war die Klippenwanderung von Durdle Door, dem berühmten natürlichen Felsbogen aus Kalkstein, bis zur malerischen Lulworth Cove, einer kreisrunden Bucht, die wirkt, als hätte die Natur sie eigens als Kulisse entworfen. Den Abend beschlossen wir mit einem Kinobesuch: „A Wild Robot“, auf Englisch und mit Untertiteln. Eine bewegende Geschichte, die uns noch lange auf dem Rückweg ins Quartier begleitete.

Den zweiten Tag verbrachten wir am Vormittag in der Cavendish School of English, einer Sprachschule, wo wir uns mit der englischen Sprache beschäftigten, um unsere Fähigkeiten und Kenntnisse zu verbessern. Aufgeteilt in drei Gruppen bekamen wir hier von englischen Muttersprachlern Unterricht erteilt. Bestandteile waren dabei vor allem die Kommunikation und Konversation in der englischen Sprache, aber auch andere interessante Dinge. Der Nachmittag gehörte uns, d.h. wir konnten diesen in Bournemouth verbringen. Wer wollte, ging an den Strand, um nach Muscheln zu suchen, schlenderte über den langen Pier oder erkundete die Läden der Innenstadt auf der Suche nach dem perfekten Souvenir. Leider war das Wetter am Nachmittag eher wechselhaft. Am Abend versammelten wir uns zum Karaoke, wo wir von Anfang bis Ende die Bühne gerockt haben und zeigen konnten, dass wir, obwohl wir von verschiedenen Schulen kommen, zu einer tollen Gruppe zusammengewachsen waren. Sämtliche Lieder wurden daher in gemischten Gruppen gesungen.

Am dritten Tag ging es dann nach London. Schon die Fahrt in die Metropole baute eine Vorfreude auf, die die Stadt bei der Ankunft mühelos einlöste. Dem tat auch die lange, staubedingte Fahrt keinen Abbruch. Eine geführte Walking Tour führte uns zu den Herzstücken der Hauptstadt: vorbei an der Household Cavalry bei den Horse Guards, durch den historischen St James’s Park mit seiner Pelikankolonie, bis vor das imposante Tor des Buckingham Palace. Die Westminster Abbey, in der seit 1066 britische Monarchen gekrönt und beigesetzt werden und in der auch Isaac Newton, Charles Darwin und Geoffrey Chaucer ihre letzte Ruhestätte fanden, ließ uns inmitten des Großstadtrummels einen Moment lang innehalten. Direkt daneben thronten die Houses of Parliament am Themseufer, und natürlich durfte der Blick auf Big Ben – offiziell: Elizabeth Tower – nicht fehlen. Zwischendurch besichtigten wir ein Werk von Banksy, jenem rätselhaften Street-Art-Künstler, dessen Identität bis heute niemand kennt, dessen Werke aber längst Millionenbeträge erzielen. Dieses Werk war erst vor wenigen Wochen in London errichtet worden. Den Trafalgar Square mit seinen vier mächtigen Bronzelöwen und die lebhafte Unterhaltungsmeile des Leicester Square nahmen wir im Vorbeigehen mit, bevor der Nachmittag zur freien Erkundung gehörte. Wer wollte, konnte sich weiterhin mit den Sehenswürdigkeiten Londons beschäftigen, die Seele in den vielen Straßen und Gassen baumeln lassen, einen Shoppingtrip in der Oxford Street einlegen oder sich von der Vielfalt der internationalen Küche in London beeindrucken lassen.

Am letzten Morgen hieß es noch einmal Sprachschule – und diesmal klang das Englisch tatsächlich etwas leichter, etwas selbstverständlicher als zu Beginn. Am frühen Nachmittag brachen wir dann mit gepackten Koffern auf und nahmen Abschied von Bournemouth. Die Heimreise schenkte uns ein letztes, unvergessliches Bild: Die Fähre legte ab, als die Sonne in einem glutroten Spektakel hinter dem Horizont versank – ein Sonnenuntergang über dem Ärmelkanal, den man so schnell nicht vergisst. Dass starker Wellengang das Schiff dabei kräftig zum Schaukeln brachte, gehört zur Geschichte ebenso dazu wie die Klippen, die Fish and Chips und die vielen neuen Eindrücke, die wir im Gepäck mit nach Hause nahmen. See you again, England!

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