Workshop „Wie nah geht uns Nahost?“ – Klasse 10

Im Schuljahr 2025/26 nahm die Klasse 10 an dem Workshop „Wie nah geht uns Nahost?“ teil, der von Frau Wölbl von der Servicestelle Friedensbildung Baden-Württemberg durchgeführt wurde. Ziel des Workshops war es, den Schülerinnen und Schülern einen sensiblen, sachlichen und zugleich empathischen Zugang zu einem der komplexesten politischen Konflikte unserer Zeit zu ermöglichen.

Zu Beginn stand eine persönliche Einstiegsrunde unter dem Motto „Was hat sich positiv seit meiner Geburt verändert?“. Die Antworten reichten von Freundschaften, Fortschritten im Klimaschutz und verbesserter Infrastruktur über Digitalisierung und Menschenrechte bis hin zu Musik oder sogar der Hoffnung auf eine „weiße Weihnacht“. Dieser positive Auftakt schuf eine offene und vertrauensvolle Atmosphäre.

Im Anschluss erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam Regeln für einen „Safe Space“, der einen respektvollen Austausch ermöglichen sollte. Dazu gehörten unter anderem: keine Beleidigungen, Diskussionen über Meinungen und Aussagen statt über Personen, keine Bewertungen der Aussagen anderer sowie die Freiwilligkeit der Beteiligung.

Ein weiterer Zugang erfolgte über Bilder, zu denen sich die Schülerinnen und Schüler positionierten. Auf die Frage „Wie fühle ich mich heute Morgen?“ fanden besonders zwei Motive Zustimmung: eine sich sonnende Person auf einer Wiese sowie eine Person im Lichtschein in der Dunkelheit. Beim Thema Nachrichtenkonsum dominierten Bilder von Überforderung – etwa eine Person, auf die viele Eindrücke einprasseln, oder jemand, der von einem großen roten Ball beinahe überrollt wird. Ähnliche Gefühle zeigten sich beim Nachdenken über den Nahost-Konflikt: Unsicherheit, Überforderung und Niedergeschlagenheit wurden sichtbar. Diese Phase förderte Empathie für die Emotionen der unmittelbar Betroffenen.

Anschließend wurden theoretische Grundlagen der Konfliktanalyse vermittelt. Die Bedürfnispyramide machte deutlich, dass Grundbedürfnisse, Sicherheit, soziale Zugehörigkeit, Wertschätzung und Selbstverwirklichung aufeinander aufbauen. Dauerhafte Konfliktlösungen können nur gelingen, wenn die Bedürfnisse aller beteiligten Gruppen berücksichtigt werden. Ergänzend dazu wurde das Zwiebelmodell vorgestellt, mit dem Konflikte schrittweise analysiert werden: von sichtbaren Handlungen und Aussagen über Interessen bis hin zu Gefühlen und grundlegenden Bedürfnissen.

Ein Quiz führte spielerisch in zentrale historische und politische Aspekte des Nahost-Konflikts ein – von geografischen Grundlagen über historische Entwicklungen seit dem späten 19. Jahrhundert bis hin zu unterschiedlichen Perspektiven auf zentrale Ereignisse wie das Jahr 1948. Dabei wurde deutlich, wie vielschichtig und emotional aufgeladen das Thema ist.

In einem weiteren Workshopteil setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit Alltagsbeispielen zu Rassismus und Antisemitismus auseinander. Anhand von Texten und Fallbeispielen diskutierten sie, wie bestimmte Aussagen oder Handlungen einzuordnen sind und welche Handlungsmöglichkeiten es im Alltag gibt, um Ausgrenzung entgegenzutreten. Diese Beispiele wurden gemeinsam im Plenum analysiert und reflektiert.

Abschließend richtete sich der Blick auf aktuelle Herausforderungen wie Fake News, Social Media und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur Verbreitung problematischer Inhalte. Zum kreativen Abschluss gestalteten die Schülerinnen und Schüler eine positive „Future Scene“, in der sie ihre Vorstellungen eines friedlichen Zusammenlebens und einer gemeinsamen Zukunft für Menschen in Israel und Palästina darstellten.

Der Workshop bot den Schülerinnen und Schülern nicht nur fundierte Informationen, sondern auch Raum für Gefühle, Diskussionen und kreative Zukunftsperspektiven – ein wichtiger Beitrag zur politischen Bildung, zur Förderung von Empathie und zu einem respektvollen Miteinander.

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmen Sie dem zu.

Datenschutzerklärung