Workshop am Progymnasium Bad Buchau: Schülerinnen und Schüler setzen sich mit Flucht, Asyl und kommunaler Politik auseinander

Landeszentrale für politische Bildung vermittelt globales Wissen und kommunale Entscheidungsprozesse

 

Bad Buchau – Einen umfassenden und praxisnahen Einblick in das Thema Flucht und Asyl erhielten die Schülerinnen und Schüler des Progymnasiums Bad Buchau in einem Workshop der Landeszentrale für politische Bildung. Die Referentinnen Frau Langer und Frau Zimmermann führten die Jugendlichen durch einen abwechslungsreichen Tag, der sowohl weltweite Fluchtbewegungen als auch das Asylverfahren und die lokale Politik in den Blick nahm.

Zu Beginn setzte ein spielerisches Begriffsduell den ersten Akzent: Während die Fortbildnerinnen bei Themen wie Landmaschinen, Fußballspielern und Influencern 40 Punkte erreichten, überzeugten die Schülerinnen und Schüler mit ihrem Wissen zu politischen Maßnahmen, Fluchtursachen und Integration und gewannen mit 45 Punkten.

In kleinen Gruppen beschäftigten sich die Jugendlichen anschließend mit realen Fluchtgeschichten. Sie rekonstruierten Fluchtrouten und analysierten Ursachen wie Krieg, Terror, Armut oder den Wunsch nach Bildung. Ergänzend ordneten die Schülerinnen und Schüler zentrale Begriffe aus Politik und Recht zu, darunter Genfer Flüchtlingskonvention, Frontex, GEAS oder Dubliner Verordnung.

Für Überraschung sorgten aktuelle Zahlen: 123 Millionen Menschen weltweit waren 2024 auf der Flucht, davon 73 Millionen innerhalb des eigenen Landes. Ende des Jahres lebten rund 2,7 Millionen Geflüchtete und Schutzsuchende in Deutschland. Ein weiteres Thema war die kommunale Perspektive. Hier lernten die Jugendlichen unter anderem, dass alleinstehende Asylbewerberinnen und Asylbewerber monatlich 441 Euro erhalten, dass 65 Prozent der Geflüchteten nach sechs Jahren Aufenthalt in Vollzeit arbeiten und dass in der vorläufigen Unterbringung mindestens 7 Quadratmeter pro Person vorgesehen sind.

Auch der Ablauf des deutschen Asylverfahrens wurde erklärt – von der Bundespolizei über das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bis hin zur Entscheidung über Annahme oder Ablehnung eines Antrags.

Besonders anschaulich wurde der Workshop im abschließenden Planspiel: Die Schülerinnen und Schüler übernahmen die Rollen kommunaler Entscheidungsträger und entwickelten in den Bereichen Wohnen, Integration und Arbeit Maßnahmen für eine fiktive Informationsveranstaltung. In einer abschließenden Plenumsrunde stellten sie ihre Vorschläge vor und beantworteten kritische Nachfragen aus der simulierten Bürgerschaft.

Der Workshop zeigte, wie vielschichtig das Thema Flucht und Asyl ist und wie wichtig politisches Verständnis für junge Menschen bleibt. Die Schule dankt der Landeszentrale für politische Bildung für ihr Engagement und die wertvollen Impulse.

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