Von Klaus Weiss
In einer Feierstunde konnte das Progymnasium die offizielle Anerkennung als Unesco-Projektschule feiern und im Beisein einer großen Festgemeinde die Anerkennungsurkunde in Empfang nehmen.
Bad Buchau Schon seit längerem ist UNESCO ein Begriff der im Bad Buchauer Progymnasium einfach dazu gehört. Die Urkunde zur offiziellen Anerkennung klinge, so Schulsprecherin Leonie Koch, nach einer Urkunde an der Wand. Aber diese Urkunde ist eigentlich nur die Bestätigung für etwas was im Progymnasium schon lange gelebt wird. Für die Schüler ist Unesco Alltag und sie kennen nichts anderes. Es gibt keine Projektwoche im eigentlichen Sinn, denn eine Projektwoche im Progymnasium dauert dort das ganze Schuljahr über. Bei festen UNESCO-Stunden zum Beispiel beschäftigen sich die Schüler in der 9.Klasse intensiv mit dem Bereich Federsee, dem eigenen Weltkulturerbe direkt vor vor der Haustür. Unesco bedeute dass die ganze Schule zusammenrücke. Die Anerkennung ist für die Schule kein Zielstrich sondern Startschuss. Die Anerkennung als UNESCO Projektschule sei Auszeichnung und Auftrag zugleich, meinte Schulleiter Dr. Matthias Hoffmann in seinen Begrüßungsworten an die Versammlung. UNESCO-Schule zu sein bedeutet weit mehr als Projekte durchzuführen oder ein Zertifikat zu erhalten. Eine UNESCO-Projektschule lebe von Offenheit, Vielfalt und gegenseitigem Respekt. Sie lebe davon, dass Menschen bereit sind zuzuhören, Brücken zu bauen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Das Progymnasium wolle auch künftig eine Schule sein die junge Menschen dazu ermutigt Verantwortung zu übernehmen und die Welt mit Wissen, Empathie und Haltung mitzugestalten. Der Schülerchor lockerte die Feier mit einigen Lieder auf bevor Klaus Schilling von der UNESCO Bundeskoordination die Anerkennungs-Urkunde an die Schülersprecher Leonie Koch, Niclas Rothenhäusler und Kilian Fauser, Schulkoordinator Konrad Mutschler, Schulleiter Dr.Matthias Hoffmann und Elternbeiratsvorsitzenden Wolfgang Lipke überreichte. Zuvor aber stellte er die UNESCO und ihre Arbeit ausführlich der Versammlung vor. Die Glückwünsche überbrachte Achim Beule vom Kultusministerium. Diese Auszeichnung, so Beule, sei ein wichtiger Meilenstein und Beleg dafür was eine Schule mit Herz und Überzeugung erreichen könne. Ausgangspunkt für die Bewerbung war eine ganz besondere Lage, die dieses Engagement begründete. Nur 5 Minuten von der Schule entfernt liegt das Unesco-Weltkulturerbe die „ Prähistorischen Pfahlbauten“. Der Federsee ist Teil des Welterbes und diese einzigartige Verbindung von Kultur-und Naturerbe direkt vor der eigenen Haustür ist nicht nur ein besondere Glücksfall, sondern eine echte Verpflichtung, und die Schüler hätten diese angenommen. Auch Schulreferent Andreas Hachenberg vom Regierungspräsidium Tübingen schloss sich den Glückwünschen an. Schulen wie das Progymnasium, so Hachenberg, seien in der Tat Ideenlabore für eine innovative und zukunftsfähige Bildungspraxis, wie von der UNESCO für eine Anerkennung als Projektschule gefordert. Stolz dürfen die Schüler auf ihre Schule sein, betonte Angelika Lipke als stellvertretende Bürgermeisterin. UNESCO bedeute neugierig zu bleiben, Verantwortung übernehmen und offen auf die Welt zuzugehen. So wie es am Progymnasium auf beeindruckende Weise gehandhabt wird. Elternbeiratsvorsitzender Wolfgang Lipke trat als letzter Redner ans Rednerpult und meinte dass eigentlich von den Vorrednern schon alles gesagt sei, aber ein paar Fakten habe er auch noch. In Deutschland gibt es etwas mehr als 300 Projektschulen, weltweit über 11.500 und er freue sich das das Progymnasium jetzt auch offizieller Teil dieser Gemeinschaft sei. Es sei Aufgabe einer Schule, nicht nur Wissen, sondern auch Werte und Haltung zu vermitteln. Und genau das werde am Progymnasium hervorragend praktiziert. Deshalb freue sich der Elternbeirat, das das Progymnasium die Ziele der UNESCO mit Leben fülle und den Kindern damit einen Kompass für ihr weiteres Leben mit auf den Weg geben könne. Danach besuchte die Versammlung das Progymnasium und konnte sich einen Überblick über die Aktivitäten der Schule in Sachen UNESCO machen. Der Abschluss der Feier fand dann in der „Keimzelle“ des UNESCO Engagement, dem Federseemuseum „wie alles begann“ statt. Fotos: Klaus Weiss






