Mit einer großen Baumschneide- und Pflegeaktion wurde die Begräbnisstätte von Wildwuchs befreit.
Bad Buchau – Der jüdische Friedhof ist ein letztes Zeugnis der ehemals großen jüdischen Gemeinde von Buchau am Federsee. Bereits im Jahr 1650 wurde der Platz am Rande der Buchauer Insel von der Glaubensgemeinschaft erworben und ab 1675 fanden hier Begräbnisse statt. Über 1000 Menschen fanden auf dem Gelände im Lauf der Jahrhunderte ihre letzte Ruhestätte. Seit 1875 ist er mit einer Mauer umfriedet und ist durch seinen parkartigen Charakter eine Landmarke und inzwischen auch eine Gedenkstätte für die jüdische Gemeinde am Federsee.
Im Lauf der letzten Jahre verwilderte das Friedhofsgelände zusehends und mancher Grabstein wurde überwuchert. Um diesen unansehnlichen und eines historischen Denkmals unwürdigen Zustand zu verbessern, initiierte Charlotte Mayenberger als Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft „Juden in Buchau“ eine große Pflegeaktion, die sich nun über zwei Tage erstreckte.
Auf offene Ohren traf sie hier beim Stadtrat Philipp Baur, der schon die Aktion Stadtputzete ins Leben gerufen hatte. Er fand spontane Unterstützung beim Progymnasium Bad Buchau, die als neu ernannte Unesco-Projektschule auch bürgerliches Engagement auf ihre Fahnen geschrieben hat. Gemeinsam mit Schulleiter Dr. Matthias Hoffmann wurde an zwei Freitagen eine freiwillige Aktion von Schülern und Erwachsenen durchgeführt und den pflanzlichen Wildwuchs auf dem jüdischen Friedhof begrenzt und zurückgeschnitten. Und so kann nun nach getaner Arbeit der Blick zufrieden und stolz über eine gepflegte Stätte jüdischen Glaubens und Buchauer Heimatgeschichte schweifen.
Artikel aus der Schwäbischen Zeitung, k-h kleinau

